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Wilgefortis-Kreuz restauriert im Diözesanmuseum

Wahrscheinlich schon seit seinem Entstehungsjahr 1749 befand sich ein größeres Holzkreuz mit einer gekreuzigten Frau in oder im Umfeld der St. Pankratius-Kirche in Schwalbach. Im Jahre 1933 schrieb Pfarrer Lenferding in der Kirchenchronik: „Im Frühjahr fand man auf dem Speicher der Kirche eine „gekreuzigte Kümmernis“, hl. Wilgefortia, die durch den Kirchenmaler V. Däntzer wiederhergestellt wurde (RM 180.-) und nun einen wertvollen Schmuck in der Kirche bildet.“ Folgerichtig findet sich im Aschaffenburger Jahrbuch von 1956 ein Hinweis mit Foto dieses Kreuzes von 1937. Da diese „Hl. Wilgefortis“ alias Kümmernis wohl nie existiert hat und ihr märchenhafter Kult umstritten war, wurde das Kreuz dann aber bald wieder abgehängt und verschwand irgendwie auf den Speicher des alten Pfarrhauses. Dort wurde es aufgrund von Nachforschungen des Kronberger Kümmernis-Experten Manfred Bickel von dessen ehemaligen Kollegen Wolfgang Küper aufgefunden und der Pfarrgemeinde aus Anlass des Kirchweihfestes 2015 präsentiert.

Diese Bestrebungen führten schließlich dazu, dass sich Prof. Dr. Matthias Kloft, Direktor des Diözesanmuseums und Diözesankonservator des Bistums Limburg der Sache annahm und die Aufnahme des Kreuzes in das Diözesan-Museum in Limburg in Aussicht stellte. Die vorausgehende Restaurierung übernahm im Auftrage des Bistums (und auf dessen Kosten) die Restauratorin Katja Schenk aus Elz bei Limburg Wie uns kürzlich mitgeteilt wurde, ist das restaurierte Kreuz im Diözesan-Museum auf dem Domberg in Limburg ausgestellt und steht zur Besichtigung bereit. Das Bistum hat das Kreuz im Rahmen eines Leihvertrages mit uns für zunächst zehn Jahre übernommen, es bleibt also im Besitz der Kirchengemeinde Schwalbach bzw. ihrer Nachfolgerin.

Die „Cruzifixa“, die gekreuzigte Jungfrau, geht auf eine uralte Legende aus der Frühzeit der Christenheit zurück, die sich über die Verbindung zu einer Pilgerstätte in Oberitalien (Volto Santo in Lucca) und Portugal dann nördlich der Alpen verbreitet hat. Sie handelt von einer Jungfrau, die keinen heidnischen König zum Gemahl haben wollte und der Gott einer Bart wachsen ließ, damit sie keinem Mann mehr gefalle. Sie wurde dann gekreuzigt, und ihre Legende verband sich mit einer anderen, wonach ihr Bildnis einem armen Spielmann für sein Spiel den rechten silbernen oder goldenen Schuh zugeworfen hat. Sie hat aber wohl nie existiert und wurde auch nie offiziell von der Kirche heiliggesprochen, geriet aber wohl 1584 in das Martyrologium Romanum, aus dem sie dann endgültig getilgt wurde, nachdem das 2. Vatikanische Konzil den Kult verboten und alle entsprechenden Darstellungen aus den Kirchen verbannt hat. Der Kult war seit dem 17. Jahrhundert in unserem Raum stark verbreitet, und im Dom zu Mainz, in Bingen, Eltville und Hattenheim, ja auch in Fischbach und Kronberg, sind entsprechende Darstellungen nachweisbar. Ein Teil ihrer Legende fand Eingang in die Märchensammlung der Gebrüder Grimm. Somit ist dieses unser Kreuz insgesamt ein bedeutendes kulturhistorisches Zeugnis einer weit verbreiteten Volksfrömmigkeit vergangener Zeit.

Das Diözesan-Museum hat angeboten, bei Gelegenheit eine Führung für unsere Gemeinde durchzuführen. Sobald das wegen Corona wieder leichter möglich ist, wollen wir dieses Angebot gerne annehmen und die Gemeinde zu einer entsprechenden Fahrt nach Limburg einladen. Zur gegebenen Zeit wird dann eine entsprechende Mitteilung erfolgen.

Wolfgang Küperl. Wilgewfortighl. Wilgefortis,

Artikel verfasst: 07.12.2021, 11:32 Uhr

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