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Schwester Karoline wieder in Schwalbach

Karoline erinnerte zunächst anhand historischer Fotos von ihren Anfängen in der Sozialarbeit mit den Armen in einem Vorort von Santiago de Chile bis 1989, dem Zeitpunkt des Wiederauflebens der Demokratie nach der Diktatur Pinochets. Dann ging sie anhand eines Videos auf den heutigen Stand ihrer Werke in Santiago ein. Zur aktuellen Lage in Chile führte sie aus, dass in Chile nach wie vor überwiegend der reinste Neoliberalismus herrsche. Heute gäbe es bereits eine Million Rentner, die von ca. 200 Euro monatlich leben müssten, und in 15 Jahren werden es drei Millionen sein. Ebenso wie das Rentensystem sei auch – mit katastrophalen Folgen - das Bildungswesen privatisiert worden.

Aber dann berichtete sie voller Enthusiasmus von der Situation in Bolivien, wo Präsident Evo Morales seit 2006 das ärmstes Land Südamerikas unglaublich verändert habe, zu einem plurinationalen Staat mit dem Staatsziel des „guten Lebens für alle“, über die Nationalisierung des Erdgases, von dessen Erträgen heute 82% im Lande blieben Es gibt heue eine Rente für alle über 60 und der Mindestlohn habe sich vierfacht. Es sei sehr bedauerlich, dass von diesen gewaltigen Fortschritten für die einfachen Menschen kaum im Westen Notiz genommen wird und Evo Morales, ein Katholik, immer noch als „Kommunist“ gelte, wovon überhaupt keine Rede sein könne.

Sodann berichtete Wolfgang Küper über die katastrophale Lage der Menschenrechte bzw. die seit gut 50 Jahren anhaltenden Auseinandersetzungen zwischen den beiden Volksgruppen der Hutus (80%) der Bevölkerung und der Tutsis (19%) in Burundi, ein kleines Land in der Mitte Afrikas, das der Chef der UN –Menschenrechtskommission kürzlich das „schlimmste menschliche Schlachthaus der Gegenwart“ genannt hat, was leider in Deutschland wenig bekannt ist.

In der anschließenden offenen Diskussionsrunde ging Karoline nach entsprechenden Rückfragen auf die Aktivitäten der Chinesen in Bolivien sowie ihre eigene Furcht ein, dass in ca. vier Jahren bei der nächsten Präsidentschaftswahl wieder eine rechte Regierung an die Macht komme. In dem Zusammenhang berichtete sie eindringlich von der „Escuela de las Americas“ in Panama, wo in den 60er Jahren Washington die Militärelite von Lateinamerika im Gegenzug zu Hilfslieferungen der Friedensallianz in der Bekämpfung bzw. Durchführung von Staatsstreichs und Putschen ausgebildet habe, was zu mehreren großen Erfolgen“ geführt habe. Abschließend kommentierte sie noch die Ereignisse um die „Colonia Dignidad“, von der kürzlich die ARD wieder einmal berichtete, und den Missbrauchsskandal innerhalb des chilenischen Episkopats und die Haltung von Papst Franziskus dazu.

Nach gut zwei Stunden waren sich wohl alle Anwesenden einig, dass sie einen äußerst interessanten Abend verbracht hatten, in dem zwar viel von Unrecht und Elend auf dieser Welt die Rede war, aber doch auch von Hoffnung auf Linderung durch die Arbeit und das Engagement vieler, die sich wie Karoline oder Erzbischof Ntamwana von Bujumbura für das Wohl ihrer Mitmenschen tatkräftig einsetzen.

Wolfgang Küper

Artikel verfasst: 18.06.2018, 08:56 Uhr

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