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Das Sakrament der Wiederversöhnung (Beichte)

Typisch katholisch, so heißt es, sei die Sache mit der Beichte. Alle wissen, dass es sie gibt, aber kaum jemand will noch etwas mir ihr zu tun haben. Zu beklemmend und abschreckend sind die Erfahrungen. Und es ist gut, dass sie weit zurück und in unserer Erinnerung begraben liegen. Sonderbarer Weise wollen es aber dann doch einige wenige Eltern vor der Erstkommunion für ihre Kinder, obwohl sie es selbst strikt ablehnen und seit langem nicht mehr praktizieren.

Das Sakrament der Buße (Wiederversöhnung)ist „kaputt“, heißt es auch in kirchlichen Kreisen. Und viele nicken und finden es verständlich nach all dem, was mit diesem Sakrament in unserer Kirche gemacht wurde

„Gemacht“ wurde damit vor allem e i n Fehler, nämlich die Notwendigkeit zur Korrektur (Umkehr) im Leben größer herauszustellen, als das Vertrauen Gottes in uns, dass wir in der Lage sind, alles richtig und zum Wohl der Menschen zu machen. Noch einfacher gesagt: Einsicht in Falsches/Böses kann man erst dann haben, wenn man vorher das Richtige/Gute kennt.

Diese Reihenfolge müssen wir als katholische Christen immer klar vor Augen haben, wenn wir über Umkehr und Sündenvergebung nachdenken. Deshalb ist Jesu Umkehrruf zu Beginn seines Predigens auch entscheidend anders, als der Ruf der Propheten des Alten Bundes. Bei denen wurde noch mit dem nahen Gericht drohend zur Umkehr aufgerufen. Jesus aber lockt mit der Heilsverkündigung der schon angebrochenen Gottesherrschaft zur Umkehr und Hinwendung zu Gott. Sich zu seiner Gemeinschaft wieder hinzuwenden (umzukehren) lohnt sich!

„Sünde“ ist deshalb ein ganz und gar theologischer Begriff. Nur wer an Gott glaubt, kann sündigen; das heißt, sich von seinen Vorstellungen abwenden und sich in Widersprüche und Selbstgerechtigkeit verstricken. Wer nicht glaubt, hat mit dem Begriff „Sünde“ nichts zu tun. Seine Vergehen sind lediglich „Schuld“ zu nennen. Und diese ist nach menschlichem Rechtsvorstellungen als schlecht und böse zu verurteilen.

Als gläubige Christen gehen wir davon aus, dass wir uns im Letzten nicht nur auf uns selbst verlassen müssen, sondern vor allem auch auf Gott. Von ihm kommt die Welt. Sie ist zu unserem Wohl mit allem Guten ausgestattet, das wir zum Leben brauchen. Und Gott, der uns frei schalten und walten lässt, sichert uns seine Unterstützung zu, wenn wir nach den richtigen Wegen und Verhaltensweisen in unserem Leben suchen. Dazu hat er uns das Beispiel Jesu Christi gegeben, der uns gelehrt hat, dass kein Mensch nur aus sich lebt, und dass in Gemeinschaft alles besser geht.

Wir können mit diesen Vorgaben gut leben! Und die Konsequenzen – beziehungsweise die Bedingungen – solchen Lebens kennen wir auch: „Was du nicht willst, das man dir tu‘, das füg auch keinem andern zu.“ Zum gelingenden Leben gehört das Genießen können genauso, wie das Verantwortung übernehmen. Allerdings wird Letzteres aus Bequemlichkeit manchmal zurückgestellt. Dann vergeht man sich (mehr oder weniger) an der Gemeinschaft aller. Hier fängt die Sünde an – erst nachdem man die Vorzüge und Spielregeln der Gemeinschaft kennen gelernt hat.

Man sollte Fehler möglichst schnell reparieren und Fehlverhalten korrigieren. Oft ist Fehlverhalten allerdings nicht gleich zu erkennen, und auch die Tragweite und die Auswirkungen eigener Fehler sind unüberschaubar. Dann geht es nicht mehr alleine. Hilfe beim Korrigieren wird benötigt. Wir müssen uns gegenseitig helfen zu erkennen, wie es weitergehen soll. Und wir müssen vergeben, damit es weitergehen kann. Dieser Vergebung bedarf es, um Schuld anzunehmen und trotz ihrer Tatsache miteinander weiterleben zu können.

Die kirchliche Gemeinschaft bietet solche Hilfe an: In Ruhe besteht die Möglichkeit, das eigene Leben zu betrachten und Perspektiven für die Zukunft zu erkennen. Wenn Schuld und Sünde vor Gott festzustellen ist, dann sollen die Priester amtlich als Stellvertretende für Gott und die ganze Gemeinschaft vergeben und ermuntern, zuversichtlich weiterzuleben. Strafen oder gar Vergebung zu verweigern ist hier total fehl am Platz. Denn Gott beauftragt uns mit der Vergebung und zeigt uns gleichzeitig unsere Schuld auf, wenn wir die Vergebung verweigern. Wir hören diese Frohbotschaft jedes Jahr als Osterevangelium und ein zweites Mal an Pfingsten: „Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.“ (Joh 20,22-23). – Wir können uns verweigern. Gott verweigert sich nicht.

Alexander Brückmann

Artikel verfasst: 21.04.2013, 16:58 Uhr

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