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PGR-Eschborn an Bischof Tebartz-van Elst 24.8.2010)

Sehr geehrter Herr Bischof,

am Sonntag den 22. August 2010 haben wir in der Gemeinde Christ-König Eschborn eine Pfarrversammlung abgehalten. Es ging im wesentlichen um zwei Themen:

1. Die auf dem Hintergrund des Konzeptes zur Strukturreform im Bistum Limburg von Ihnen ins Auge gefasste Bildung
von Großpfarreien.

2. Stand und Entwicklung der vom Bistum Limburg im Jahr 2005 angestoßen Pläne für den Neubau unseres
Gemeindezentrums.

Wegen der Kurzfristigkeit der diesbezüglichen Mitteilung des Bischöflichen Ordinariates (20.08.2010) sehen wir uns nicht in der Lage dazu heute schon Stellung zu nehmen. Wir werden dies zu gegebener Zeit tun.

Ihre Planungen sind umfassend und konfrontieren uns als Kirchengemeinde mit Unsicherheiten und Fragen, die existenzieller Natur sind und entsprechend ernst genommen werden.

Nicht nur die drohende Vergrößerung unseres pastoralen Raumes Schwalbach-Eschborn, sondern auch die neue Strukturierung und inhaltliche Ausrichtung geben uns Anlass zu großer Sorge.

Wir haben verstanden, dass aufgrund der geringer werdenden Priesterzahlen und den weniger und älter werdenden aktiven Gemeindemitgliedern Gemeinden zusammengefasst werden sollen. Die strukturellen Vorgaben des Bistum Limburgs sind dabei sehr deutlich.
( Weihbischof Thomas Löhr, Diözesansynodalrat im Bistum Limburg /24.04.2010 )
Zusätzlich soll es zu einer Ausrichtung „weg von der Gemeinde, hin zur Pfarrei" kommen mit dem Schwerpunkt der Besinnung auf das Wort Gottes, auf das spirituelle Fundament.
( Weihbischof Thomas Löhr, Diözesansynodalrat im Bistum Limburg /24.04.2010 )

Den statistischen Tatsachen können und wollen wir uns nicht verschließen. Wir sind aber der Meinung, dass als pauschale Reaktion darauf die Zerstörung der Strukturen vor Ort zugunsten einer Bündelung von Personal, Strukturen und Gremien in Großgemeinden - ohne Blick auf die unterschiedlichen Voraussetzungen der Einzelgemeinden - kontraproduktiv ist. Kirche muss für die Menschen erfahrbar, erlebbar und gestaltbar bleiben.

Wir möchten an dieser Stelle von unserer Sicht hier in Eschborn berichten, die von der Situation anderer Gemeinden im Bistum deutlich abweichen kann:

Eschborn liegt im Main-Taunuskreis vor den Toren Frankfurts und ist weder von dem Rückgang der Katholikenzahlen insgesamt, noch von einem Rückgang aktiver Gemeindemitglieder betroffen, wie uns Weihbischof Löhr in seiner Visitation bestätigte.
Unsere Gemeinde ist lebendig und in Eschborn eine feste Größe. Wir sind ein zu Hause für viele christliche Gruppen, für das Sozialbüro Main-Taunus Eschborn und wir sind Träger einer KiTa, die unser Gemeindeleben bereichert. Alles das, was wir heute sind, sind wir aufgrund starken ehrenamtlichen und hauptamtlichen Engagements auf der Basis rechtlich geordneter und abgesicherter Kirchenstrukturen.
Aufgrund des funktionierenden Gemeindelebens und des von Bezirksseite anerkannten sozialpastoralen Schwerpunktes wurde uns im Zuge von Sparen und Erneuern 2006 der Neubau unseres Gemeindezentrums zugesagt ( grünes Objekt ).

Ihre Vision der Einrichtung von Großpfarreien empfinden wir für Christ-König als destruktiv und nicht Existenz sichernd, wie es für kleinere Gemeinden vielleicht der Fall sein mag, die sich diesen Prozess sogar wünschen.

Wir haben durch die Zusammenführung im pastoralen Raum Eschborn/Schwalbach aus ursprünglich vier Ortsgemeinden (mit St. Nikolaus, Niederhöchstadt und St. Pankratius/St.Martin, Schwalbach) Erfahrungen auf dem eingeschlagenen Zentralisierungsweg sammeln können. Die Zusammenarbeit mit den anderen Ortsgemeinden und mit unseren pastoralen Mitarbeitern, die nun nicht mehr nur für eine Ortsgemeinde zuständig sind, ist durch viele positive Aspekte geprägt, führt uns aber auch deutlich die Herausforderungen und Beschränkungen vor Augen.

Es wird von Ihnen bei der Vorstellung des Zukunftskonzeptes im Bistum darauf hingewiesen, wie wichtig bei einer Zentralisierung über Pastoralräume zu Großpfarreien die Gemeindepräsenz lokal vor Ort bleibt und dass diese im Wesentlichen von ehrenamtlichen Bezugspersonen, also von uns, geleistet werden soll. Dies entspricht einer Erweiterung der Zuständigkeiten der Ehrenamtlichen, verbunden mit einem erhöhten zeitlichen Engagement. Damit in dem heutigen schwierigen gesellschaftlichen Umfeld ehrenamtliche Arbeit zu leisten ist und funktionieren kann, muss jedoch aus unserer Sicht Folgendes gewährleistet sein:

 

- die Aufrechterhaltung der bewährten demokratischen Strukturen in der Ortsgemeinde: Pfarrgemeinderat und Verwaltungsrat mit Besetzung Ehrenamtlicher und Zuständigkeit und Verantwortung vor Ort. Die ehrenamtlichen Mitglieder dieser Gremien sind hier engagiert, eben weil es um die überschaubare, direkt gestaltbare Gemeindearbeit vor Ort geht. Ein Pfarrgemeinderat und Verwaltungsrat in der Großgemeinde würde zum Einen die ehrenamtlichen Mitglieder in der Komplexität der Fragestellungen aus den verschiedenen Ortsgemeinden und auch in dem zu verwaltenden Finanzvolumen zeitlich und inhaltlich überfordern. Zum Anderen sind Pfarrgemeinderat und Verwaltungsrat vor Ort für die weiteren Ehrenamtlichen der Ortsgemeinde als direkt für sie zuständige und greifbare Ansprechpartner und kurze lokale Entscheidungswege unabdingbar. Eine Zentralisierung dieser Gremien würde das ehrenamtliche Engagement vor Ort lähmen und demotivieren.

- die Verfügbarkeit eines Pfarrsekretariats vor Ort:
- Gewährleistung der Präsenz als Erstansprechpartner für Gemeindemitglieder wie für Externe
- Schalt-/Koordinationsstelle zwischen den Gemeindemitgliedern und mit den nur mehr eingeschränkt vor Ort
verfügbaren Priester und Gemeinde-/Pastoralreferenten.

Die Bedeutung des Pfarrsekretariats vor Ort hat nach unserer Erfahrung mit dem Pastoralraum zu- statt abgenommen.
Zentrale Großgemeinde-Sekretariate können diese wichtige Ortsnähe nicht ersetzen.

- die inhaltliche Begleitung der Gemeindearbeit durch hauptamtliche pastorale Mitarbeiter, die lokal greifbar bleiben und in der Lage sind, die örtliche Arbeit zu unterstützen. Unsere Erfahrung im pastoralen Raum zeigen hier, dass dies funktionieren kann, dass hier durchaus auch Synergien gemeinsamer Veranstaltungen und Erfahrungen genutzt werden können, aber auch die Unterschiedlichkeit der Einzelgemeinden als Bereicherung empfunden wird. Es werden aber auch die Grenzen bezüglich der Vereinbarkeit der verschiedenen Charaktere der Ortsgemeinden und hinsichtlich der praktischen Verfügbarkeit sowie der inhaltlichen Einbindung der Hauptamtlichen vor Ort deutlich

- die Sicherheit von nutzbaren Räumlichkeiten, in denen Kirche vor Ort Heimat und Präsenz bietet.

Die Motivation für uns als Ehrenamtliche in der Ortsgemeinde ist die gemeinsame Praxis unseres Glaubens und damit die Gestaltung des Gemeindelebens vor Ort. Nur wenn wir hierfür weiter nicht nur (und sogar vermehrt) Last, sondern über unsere demokratischen Gremien auch Kompetenz und Verantwortung tragen können und dabei Unterstützung von örtlichem Pfarrsekretariat und greifbaren hauptamtlichen pastoralen Mitarbeitern erfahren und in verlässlichen Räumlichkeiten Heimat finden, wird diese Motivation bestehen bleiben können.

Der Zweck von Kirche ist es den Glauben an Jesus Christus mit Menschen im Hier und Jetzt als Gemeinde zu leben. Zukunft von Kirche hängt daher elementar damit zusammen, wie Kirche vor Ort für Menschen erfahrbar und gestaltbar ist. Mit uns und durch uns lebt Kirche, wir sind Kirche. Wir befinden uns hier in Eschborn vor Ort und daher muss auch weiter Kirche funktionierend in Eschborn stattfinden.

Wir bitten und rufen Sie dazu auf,
- bei den Planungsprozessen die synodalen Gremien von der Diözese bis zur Gemeindeebene gleichberechtigt mit einzubeziehen
- die Zukunftskonzepte im Bistum differenziert an den unterschiedlichen Situationen der Gemeinden vor Ort zu orientieren,
- anstatt einer Mangelverwaltung als Reaktion auf gesellschaftliche Veränderungen, proaktiv die Herausforderungen der Zukunft gemeinsam anzupacken und damit unsere Kirche lebendig und zukunftsfähig zu halten.

Gerne stehen wir für einen Dialog zu den Standpunkten und zur konstruktiven Zukunftsentwicklung bereit.

Mit freundlichen Grüßen

Der Pfarrgemeinderatsvorstand

Artikel verfasst: 24.08.2010, 11:30 Uhr

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